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02.03.2019

Gedenktafel im Dom enthüllt

Im Augsburger Dom erinnert seit Samstag eine Gedenktafel an die Augsburger Bombennacht vom 25. Februar 1944. Dompfarrer Armin Zürn (rechts im Bild) und Bistumshistoriker Thomas Groll enthüllten am Ende eines Gedenkgottesdienstes die Tafel (kleines Bild rechts oben) an der Konradsäule im Dom. Während der schweren Bombardierung hatten der damalige Domkaplan Johann Aichele zusammen mit Dommesner Wendelin Seitz und Ministranten als jugendlichen Helfern verhindert, dass der Dom ausbrannte.

Wie Dompfarrer Zürn in seiner Predigt hervorhob, hätten bei der Rettung des Doms jedoch viele Personen zusammengewirkt. Bereits mit Beginn des Krieges sei der Dachboden imprägniert worden, damit er Bränden besser standhalten konnte. Man habe auf dem Dach Sand deponiert, um Feuer löschen zu können. Türstöcke seien mit Kalk signalisiert worden, um sich nachts besser orientieren zu können. Für den Ernstfall, der dann in der Bombennacht eingetreten sei, habe man sich vorbereitet und es habe eine Ausbildung dafür gegeben. Das alles sei sehr vielschichtig gewesen, fasste Dompfarrer Zürn deshalb zusammen. Er nannte dabei auch Soldaten, namenlose Helfer und die Feuerwehren aus Schabringen und Mödingen, die beim Einsatz nach der Bombardierung geholfen hätten. Die beiden Feuerwehren waren auch heute im Dom mit Abordnungen vertreten. Dompfarrer Zürn: „Da waren so viele beteiligt, dass ich nur staunen kann, welchen Mut die Menschen in dieser extremen Bombennacht aufgebracht haben.“ Wenn man all das betrachte, dann könne man nur staunen. „Das ist ja eigentlich schon das große Wunder.“
 
Dieser Gedanke der Gemeinschaft sei auch für heute wichtig. Geschichte entwickle sich dann weiter, wenn Menschen zusammenhelfen, betonte der Dompfarrer. „Wenn sie einen Gemeinschaftsgedanken haben. Wenn sie eine Sehnsucht für Gerechtigkeit und Frieden haben und sich dafür einsetzen.“ Bei aller Bewunderung und Hochachtung für die vier Ministranten von damals, für Kaplan Aichele und Dommesner Seitz, sollten wir immer daran denken, dass jeder einzelne letztendlich doch ein kleiner sei, sosehr er auch bestaunt, bewundert und bedankt werden könne. Kein einzelner Mensch rette den Dom, kein einzelner die Kirche, keiner rette alles. Nur ein kleiner Baustein in der großen Heilsgeschichte zu sein, die Gott mit uns vorhabe, verhelfe zu einer großen Demut.