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07.07.2020

Urlaub in Deutschland - persönliche Tipps der Redaktion

Corona hat unsere Urlaubspläne mächtig durcheinandergewirbelt. Aber so schön es hier bei uns in Augsburg und der Region auch ist, mal etwas Anderes sehen, das tut schon mal gut. Da sich viele in diesem Jahr für einen Urlaub in Deutschland entscheiden, stellen wir Ihnen in der nächsten Zeit einige Reiseziele in unserem schönen Land vor. Dafür wälzen wir aber nicht irgendwelche Reiseführer, unsere Redaktion kramt in ihren Urlaubserinnerungen und hat ganz persönliche Tipps für Sie! Hier finden Sie die Tipps, die schon im Radio gelaufen sind.

Urlaub in Deutschland Bodensee (Tipp von Susanne Bosch

 Die Bodensee-Region ist zum einen nicht weit weg und zum anderen einfach wunderschön und vielfältig. Mit Österreich, der Schweiz und Deutschland grenzen drei Länder an den Bodensee.

Auf deutscher Seite besonders schön sind die eher kleineren Städtchen, Meersburg oder Überlingen etwa. Auch Lindau mit seinem sehenswürdigen Hafen ist ein Ausflug wert, aber hier ist es doch ziemlich touristisch. Nicht mehr direkt am Bodensee, aber nicht weit weg ist Ravensburg – ein hübsches Städtchen mit netten Geschäften. Meine liebste Stadt am Bodensee ist aber Konschdanz (!). Eine geschichtsträchtige und zugleich moderne Stadt mit vielen Gassen, Cafes und Geschäfte. Wer im westlichsten Eck des Bodensees übernachten möchte, dem lege ich die Insel Reichenau ans Herz oder die Halbinsel Hoeri.

Natürlich gibt es auf deutscher Seite aber auch die weltbekannte Insel Mainau, es gibt viele Radwege und Familien lieben den Affenberg bei Salem.

AufSchweizer Seite ist der Rheinfall von Schaffhausen eine Schau – ein Naturspektakel, wie das Wasser da herunterrauscht. Manche stürzen sich hier auch mit dem Kanu in den Fluten. Auch Zürich ist nicht weit weg: Da muss man natürlich für die Tasse Kaffee schon ziemlich weit in die Tasche greifen, alles ist sehr touristisch und trotzdem ist die Stadt – vor allem wegen ihrer Lage am Zürichsee einen Ausflug wert. Außerdem gibt’s hier den Säntis: Dort kann man wunderbar wandern, es gibt eine Schwebebahn, Sonnenterrassen, Panorama-Restaurants und einen Naturerlebnispark.

Österreich gehört das kleinste Stückchen am See ganz im Osten – also von uns aus gesehen das am Nächsten gelegene. Bregenz ist ein schönes Städtchen, wer aber hier ist, sollte unbedingt mit der Bahn hoch auf den Pfänder fahren. Der Blick über den See ein Traum! Und von hier aus dauert es übrigens nur eine Stunde bis wir in der Hauptstadt von Liechtenstein sind, in Vaduz, habe ich selbst aber bis heute nicht geschafft ;)

Mecklenburgische Seenplatte (Katharina van der Beek)

Die Mecklenburgische Seenplatte ist zugegebenermaßen kein Geheimtipp, aber immer eine Reise wert! Eindrucksvoll ist besonders die viele Natur und vor allem, wer im Urlaub auch ein bisschen sportlich sein will, der ist da genau richtig. In der Region kann man wirklich schöne mehrtätige Touren mit dem Kanu oder Kajak durch den Nationalpark machen, auch durch recht unberührte Natur, vorbei an seltenen Tieren wie dem Eisvogel, Seerosenfeldern aber auch bunten Bootshäusern. Wer’s ein bisschen gemütlicher haben will, kann sich natürlich auch ein Boot (damit kommt man nur halt dann nicht in den Nationalpark). Und wer sich nicht ins Kanu traut, der kann die Seen auch mit dem Fahrrad entdecken. Es gibt einfach so viele Seen, dass man immer wieder auch ungestörte Ecken am See findet zum baden gehen. Hier lohnt es sich auch die Menschen vor Ort zu fragen.

Auch für Familien lohnt sich ein Besuch an der Seenplatte. Die Müritz zum Beispiel ist an einigen Stellen sehr lange sehr flach, sodass kleine Kinder hier gut Baden können. Und wenn es zwischendurch mal was anderes sein soll als schwimmen: An der Großseenplatte am Plauer See gibt es den Bärenwald, da leben Bären, die aus schlechter Haltung gerettet worden sind. Kinder können dort ganz spielerisch über Bären lernen, aber auch für Erwachsene ist ein Besuch faszinierend. Und noch ein Tipp: unterwegs nicht vergessen Räucherfisch zu essen!

Fränkische Schweiz (Julia Preuß)

Ein Besuch der Fränkischen Schweiz ist immer ein bisschen wie eine Reise in die Vergangenheit. Es ist eine sehr eindrucksvolle Landschaft: es gibt viele Wälder und Berge mit Burgen und Ruinen darauf. Die Region ist außerdem bekannt für ihre mächtigen Felsen mit geheimnisvollen Tropfsteinhöhlen, über 1000 Stück gibt es in der Fränkischen Schweiz, dazwischen schlängeln sich kleine Flüsschen hindurch und an jeder Ecke kann man Geschichte erleben.

Besonders empfehlenswert Kanufahren auf der Wiesent, vorbei an den riesigen Felsvorsprüngen. Und ein Besuch in der Teufelshöhle in Pottenstein ist fast ein Muss – es ist die größte Höhle der Fränkischen Schweiz. Dort ist auch die Burg Pottenstein gleich ums Eck. Wer Lust auf Museum hat, kann ins Meerrettich-Museum nach Baiersdorf. Dort in der Region wird die Wurzel nämlich angebaut oder, was viele nicht wissen: Der Jeans-Erfinder Levi Strauss ist in Buttenheim geboren, im Museum dort gibt es viel Spannendes über den Siegeszug der Jeans zu entdecken. Abschluss eines jeden Tages ist ein Besuch auf'm Keller! Ja, AUF'M Keller. Grundsätzlich ist ein Keller im Fränkischen einfach ein Biergarten. Weil es früher keine technischen Kühlanlagen gab, haben die Brauer ihr Bier in Felsenkellern gelagert – im Felsen. Darüber ist dann praktischerweise gleich ein Schankbetrieb errichtet worden – hübsch angelegt unter Kastanienbäumen, weil die ja Schatten spenden. Also, geht man in Franken eben auf den Keller und von diesen Biergärten gibt es in der Fränkischen Schweiz wirklich jede Menge!

 Halbinsel Fischland-Darß-Zingst (Eva Fischer)

Die Ostsee ist in diesem Jahr wohl eines der beliebtesten Reiseziele innerhalb Deutschlands. Die Kreidefelsen auf Rügen, der Leuchtturm auf Fehmarn oder die Insel Usedom, das sind alles berühmte Sehenswürdigkeiten. Aber haben Sie schon einmal etwas von der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst gehört? Da haben wir vor Kurzem Urlaub gemacht und waren begeistert. Man hat wirklich das Gefühl, in einem unberührten Fleck Natur zu sein. Die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst liegt auf halber Strecke zwischen Rostock und Stralsund. Auf der ganzen Halbinsel gibt’s weniger als 10.000 Einwohner und das obwohl sie gut 45 Kilometer lang ist. Stattdessen gibt es ganz viel Natur und obwohl es schon touristisch ist, ist es nicht überlaufen. Es gibt da nicht diese riesigen Hotelburgen, sondern hauptsächlich Ferienwohnungen oder Campingplätze. Der Strand ist nicht zugepflastert mit Strandkörben und sogar in den Hauptorten gibt’s fast nur Einfamilienhäuschen mit großem Garten, ganz viele haben noch die traditionellen Reetdächer und natürlich die traditionellen bunten Haustüren.Der Norden der Halbinsel besteht aus kilometerlangen Dünenstränden, wo es ganz weit flach in die Ostsee hinein geht – perfekt zum Baden mit Kindern. sogar in der Hauptsaison ist da wenig los. Strandkörbe gibt’s nur wenige, aber Toiletten und kleine Kioske schon. Also perfekt gerade jetzt in Corona-Zeiten, wo wir ja eh Abstand halten sollen.Auf der Westseite der Halbinsel ist ist der wilde Weststrand, da gibt’s eigentlich nichts außer hohen Wellen, die berühmten Windflüchter, diese Bäume, die vom Wind ganz krumm und schief gewachsen sind und ganz naturbelassene urige Strände. Und es gibt riesige Naturschutzgebietsflächen. Zum Beispiel östlich von Zingst das Vogelschutzgebiet Pramort, in das man nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad reinkommt mit der Hohen Düne und einen Aussichtspunkt, von dem aus man bei gutem Wetter bis Hiddensee sehen kann.Das Gute an der Ostsee ist, dass das Wetter eigentlich selten und nie den ganzen Tag nur schlecht ist. Wir waren sogar bei Wolken, Wind und 15 Grad noch gerne am Strand, dann eben mit langer Hose und Windjacke. Auch das hat seinen Charme. Und an solchen Tagen sind sogar die Seebrücken in den Hauptorten Zingst und Prerow nicht überfüllt.Ansonsten kann man ganz prima Ausflüge machen, zum Beispiel von Prerow aus durch den Darßer Ur-Wald zum Leuchtturm am Darßer Ort und den Weststrand. Dort gibt’s auch ein kleines Museum. Oder man macht mit einem Ausflugsboot oder einem der alten Zeesenboote eine Rundfahrt über den Bodden, das ist das Gewässer zwischen der Halbinsel und dem Festland. Das ist auch weitgehend Naturschutzgebiet und ein Paradies für Vögel. Da nisten jedes Jahr abertausende Reiher, Kraniche, Störche, Schwäne und und und. Also ein Fernglas mitnehmen.Und wer ein bisschen mehr Action braucht, sowohl Rostock als auch Stralsund sind nicht mal eine Autostunde entfernt und es gibt in der Region auch mehrere Freizeitparks.

Und noch ein kleiner Tipp am Schluss: Auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst brauchen Sie so gut wie nie das Auto. Es gibt ganz viele schöne Fahrradwege und in jedem noch so kleinen Ort finden Sie auch einen Fahrradverleih.

 

 

Thüringen (Katharina Van der Beek) 
Wer nach Thüringen reist, der sollte auf jeden Fall in der Landeshauptstadt halt machen, in Erfurt. Die mittelalterliche Innenstadt ist leicht zu Fuß zu erkunden, mit einem Spaziergang durch die vielen kleinen Gässchen. Ein Muss ist der Besuch der Krämerbrücke. Das ist die längste, durchgehend mit Häusern bebaute und bewohnte Brücke Europas. Dicht an Dicht stehen dort die kleinen, schiefen, bunte Fachwerkhäuschen nebeneinander, sodass die Gera die darunter fließt gar nicht zu sehen ist. Auf der Krämerbrücke gibt es viele kleine Läden mit Kunsthandwerk, Thüringer Blaudruckstoffen oder Lauschaer Glas. Auf einer Seite der Brücke befindet sich die Ägidienkirche, deren Turm man besteigen kann um dann in Richtung Dom über die Stadt zu schauen. Hinter der Brücke ist Klein Venedig. Dort fließt die Gera verzweigt weiter, sodass kleine Inseln entstehen - ein idyllischer und ruhiger Ort mitten in der Innenstadt. Sehr beeindruckend ist auch der Erfurter Dom, zu dem man über eine 70-stufige Treppe gelangt. Besonders Abends, wenn der Dom St. Marien und die daneben stehende Kirche St. Severi angestrahlt werden, ein sehr imposanter Anblick. Im Turm des Domes befindet sich außerdem die weltweit größte mittelalterliche freischwingende Glocke, die „Gloriosa“. Neben dem Dom befindet sich der Petersberg. Dort gibt es die Zitadelle, eine alte Stadtestung, die besichtigt werden kann und der Petersberg bietet nochmal einen schönen Blick auf die Stadt. Neben Erfurt ist natürlich auch Weimar sehr empfehlenswert. Dort befinden sich das Wohnhaus von Schiller, Goethes Gartenhaus oder das Bauhaus-Museum. Und auch ein Besuch der Wartburg lohnt sich. Sie ist UNESCO-Welterbestätte, thront imposant über Eisenach und spiegelt 1000 Jahre deutsche Geschichte wieder. So befindet sich dort auch die Kammer, in der Martin Luther die Bibel ins deutsche Übersetzt hat. Neben Kultur bietet Thüringen aber auch viel Natur. Im grünen Herzen Deutschlands liegt der bekannte Wanderweg „Rennsteig“ Fast 170 km lang, kann man hier mehrere Tage wandern, es sind aber auch Tagestouren möglich, durch den Wald, vorbei an blühenden Bergwiesen und immer auch auf Aussichtspunkte, die eine atemberaubende Sicht auf den Thüringer Wald bieten.

 

Rhein/ Mosel- Region (Tipp von Susanne Bosch)

Unser Tripp hat fast an der Grenze zu Luxemburg begonnen, in Trier. Die bekannteste Sehenswürdigkeit der Stadt – die Porta Nigra – ist schnell angeschaut und hat mich persönlich nicht in Staunen versetzt, auch wenn das älteste römische Stadttor nördlich der Alpen Weltkulturerbe ist. Aber die Innenstadt von Trier mit ihren Fachwerkhäusern ist sehr schön und einen Besuch wert. Von Trier aus sind wir in nördlicher Richtung an der Mosel entlang Richtung Koblenz gefahren. Die Mosel schlängelt sich hier durch schöne Landschaften hindurch an vielen kleinen Städtchen vorbei - immer eingefasst von unzähligen Weinbergen. Radwege führen direkt an der Mosel entlang, hier gehen auch viele zum Wandern und es gibt überall Wohnmobilstellplätze. Fährt man von Trier bis Koblenz mit ein paar kurzen Fotostopps durch, ist man in etwa drei Stunden angekommen, allerdings rate ich dazu, sich etwas mehr Zeit zu lassen und vielleicht sogar eine Übernachtung einzulegen.

In Koblenz mündet dann die Mosel in den Rhein (sogenanntes Deutsches Eck). Ab hier sind wir dann – entgegen der Fließrichtung – den Rhein „hinuntergefahren“ - bis zum Niederwalddenkmal (bei Bingen/ Rüdesheim). Das hier ist das schönste Stückchen Rhein, nicht umsonst ist dieses „Obere Mittelrheintal“ Weltkulturerbe.  Am bekanntesten ist auf dieser knapp 70 Kilometer langen Strecke der Loreley-Felsen (Die Lore Lay geht auf eine Ballade von Clemens von Brentano zurück, die auch danach von vielen Autoren aufgenommen wurde. Es heißt, viele Männer – vor allem Schiffer – sind ihrem schönen Gesang hoch oben auf dem Felsen gefolgt und wurden so ins Unglück getrieben; man muss wissen, der Fluss ist an dieser Stelle besonders eng). Der Rhein ist auf seinem schönsten Stück lange nicht so kurvenreich wie die Mosel und viel breiter, hier sind natürlich auch größere Schiffe unterwegs. Ich persönlich empfinde die Gebiete um die Mosel als heimeliger und idyllischer, allerdings lassen sich – wie unser kleiner Tripp zeigt – beide wunderbar miteinander zu verbinden. Meine persönlichen Tipps für den Rhein: Unbedingt bei der Rheinschleife auf Höhe Boppard mit dem Sessellift nach oben fahren und dort im Biergarten den wunderbaren Ausblick genießen (überhaupt gibt es an Rhein und Mosel mehrere Sessellifte). Und wenn Sie sich schon aufmachen in Richtung Rhein, unbedingt das Rheingau mitnehmen. Das ist das kleine Stückchen, auf dem der Rhein nicht in Süd-Nord-Richtung verläuft, sondern in Ost-West-Richtung. Im Grund umspannt es nur das Stückchen zwischen Mainz/Wiesbaden und Bingen. Mein Favorit hier: die Aussicht vom Tempel am Niederwalddenkmal (Höhe Rüdesheim), das wunderschöne Städtchen Eltville und die Weinprobierstände – kleine Häuschen, aus welchen heraus Wein (vor allem der für die Region bekannte Riesling) verkauft wird; hier kann man auch nur kleine Gläschen bestellen und sich somit schön „durchprobieren“ :)